Schnellkochtopf oder Slow Food? Linsensuppe!

Folgende Anfrage einer Leserin erreichte mich eben:

“Ich bin gerade dabei, ihr Kochbuch zu lesen und mir ist aufgefallen, dass Sie, wie so ziemlich jeder andere Autor in Kochbüchern, kein Wort über Schnellkochtöpfe verlieren. Dabei ist gerade die Zubereitung von Hülsenfrüchten, zum Beispiel von Erbsen, damit unschlagbar schnell, energiesparend und vitaminschonend. Was halten Sie davon?” 

Hm, gute Frage, schwierige Frage.
Also, ich gebe zu: Die Dinger sind mir unheimlich, ich fürchte mich ein wenig vor ihnen; ich habe Angst, dass sie mir zischend und fauchend um die Ohren fliegen könnten.

Aber das ist nur das Eine. Ich koche gern, rühre gern im Topf, probiere zwischendurch, streue vielleicht ein paar Krümel Salz dazu. Und innerlich rebelliere ich auch schon gegen das Wort: Schnellkochtopf, das klingt wie Schnellrestaurant, und beim Essen habe ich es lieber etwas langsamer, die Idee des “Slow Food” gefällt mir.

Aber vielleicht sind das auch nur faule Vorurteile? Energie-verschwendung aus unzeitgemäßer, unsinniger Traditionsliebe?

Wie geht es Ihnen damit? Ist der Schnellkochtopf so super? Sollte ich ihn schleunigst mal ausprobieren? Lassen Sie es mich wissen!

Da schon die Hülsenfrüchte angesprochen sind: Ganz besonders gern mag ich Linsen. Deren Vorteil besteht auch darin, dass sie – ohne Einweichen und ohne Schnellkochtopf – recht fix fertig sind. Die kleinen braunen oder grünen Berglinsen brauchen kaum mehr als 20 Minuten, die gelben oder roten sind sogar noch schneller gar.

Deshalb hier ein Rezept für eine feine, orientalisch inspirierte

Linsen-Spinat-Suppe mit  Kokosmilch

3 Portionen

1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
2 EL Öl
1/2 Chilischote
1 gestrichener TL gemahlener Kreuzkümmel
100 g gelbe Linsen
1 Dose (400 ml) Kokosmilch
150 g Spinat (oder Mangold)
1 1/2 Gemüsebrühwürfel oder die entsprechende Menge gekörnte Brühe

Zubereitung: ca. 35 Minuten
Gesamtkosten ca. 4,00 € / Portion ca. 1,35 €

Zwiebel fein, Knoblauch grob hacken und im Öl andünsten. Chili entkernen und in feine Ringe schneiden
Wenn die Zwiebelwürfel schön glasig sind, Chili, Kreuzkümmel und Linsen mit in den Topf geben und 2 Minuten bei schwacher Hitze unter Rühren mitbraten.

Die Kokosmilch hinzufügen. Die leere Dose mit Wasser füllen und dazugießen.
Spinat waschen und grob zerkleinern.

Erst wenn die Linsen gar sind, die Brühwürfel und den Spinat dazugeben. Noch einmal kurz aufkochen, fertig.

5 Kommentare zu „Schnellkochtopf oder Slow Food? Linsensuppe!“

  1. Stefan sagt:

    Also ich bin eher positiv für den Schnellkochtopf eingestellt. Nicht so sehr, weil es “schneller” ist, sondern weil man damit viel Energie sparen kann. Und gerade in den Zeiten des ständig nach oben gehendes Strompreises ist das nicht zu unterschätzen!

    Übrigens, bei einem in den letzten drei oder vier Jahrzehnten Schnellkochtopf muss man sich nicht fürchten. Da kann infolge von zwei Ventilen nichts explodieren. Zwar kann man ab und an interessante Videos finden, zum Beispiel http://www.schnellkochtopf-test.de/lustiges-video/ , aber in der Realität ist das im wahrsten Sinne des Wortes nur allzu heiße Luft. Ein moderner Schnellkochtopf ist absolut sicher.

  2. frau siebensachen sagt:

    ich habe seit annähernd 20 jahren einen schnellkochtopf im haushalt, übernommen von meiner mutter, die darin gern für den 8personenhaushalt kochte. aber ich bin nie warm mit ihm geworden.

    1. geschieht es einfach viel zu schnell, daß die nahrungsmittel unter druck verkocht sind und sich nur noch pampe im topf befindet. mal eben ausprobieren, ob die sachen gar sind, geht ja nicht, weil der topf hermetisch verschlossen ist und die wiederankochzeit die garzeit verlängert… funktioniert nicht. und ich mag nicht nach tabelle kochen und neben dem topf stehen und die minuten penibel abzählen.

    2. habe ich die erfahrung gemacht, daß langsam ‘von hand’ gekochte gerichte deutlich mehr aroma haben als schnellkochtopfessen, selbst wenn es sich um absolut die selben zutaten in den selben mengenverhältnissen handelt. ich ordne diese erfahrung in die schublade ‘alchimie’ und denke, daß sich der richtige geschmack eben erst im laufe des kochens entwickelt. küchenmagie ;-)

  3. Susanne sagt:

    Hallo liebe Rosa, raten Sie nicht auch hin und wieder zu Hülsenfrüchten im Glas, also vorgekochten? Das kommt ja dann aufs Selbe raus, wobei man im Schnellkochtopf immerhin noch vorteilhaft Einfluss auf die Zusammensetzung des Suds nehmen kann … Danke für die (zweite) Veröffentlichung der Linsensuppe, die absolut sagenhaft schmeckt, wobei mir allerdings nach meinen bisherigen Versuchen die Frage kam: Ist es möglich, dass man Suppen aus Kokosmilch besser nicht ein zweites Mal aufwärmt? (Spinat hab ich natürlich jeweils frisch reingetan – aber das Aufwärmen schien die Kokosmilch nicht sehr zu “mögen” – bzw. ich hab das Ergebnis nicht so toll gefunden …)
    Herzlich, weiterhin immer wieder Danke für die fantastische Seite
    Susanne

  4. Annette sagt:

    Liebe Frau Wolf,

    ich kann ihrer Darstellung in Sachen Schnellkochtopf nichts hinzufügen.
    Mir geht es exakt genauso.
    Essen ist was sinnliches -Kochen erst recht!
    Wenn es doch mal weiße, rote oder sonstwie langkochende Hülsenfrüchte sein sollen, dann gibt es die ja eben in Dosen.
    Sicher erst mal teurer als getrocknete, aber ich behaupte mit Kochen und allem drum und dran hält sich das doch wohl die Waage.( habe das nie rechnerisch aufgedröselt)

    Viele Grüße und weiter so

    Annette

  5. Franzi sagt:

    So ein Schnellkochtopf kommt mir nicht ins Haus, ich koche für mein Leben gern. Naschen nebenbei, füge noch was hinzu und lasse den Dingen ihre Zeit.

    Absolutes “NEIN” zum Schnellkochtopf, ist ähnlich wie der Thermomix, der kommt mir auch nicht ins Haus :-D

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