Arm aber Bio! in der Seidlvilla

Herzlichen Dank an Anja Prestel fürs Fotografieren!

Gut besucht war die Lesung am Sonntag in der Schwabinger Seidlvilla. Zuerst wurde gelesen, dann diskutiert, dann schnabuliert. Rosa Wolffs mitgebrachte Plätzchen und Salate fanden Anklang, besonders der mit eingelegten Salzzitronen raffiniert gewürzte Linsensalat.

Hier das Rezept:
Salzzitronen marokkanische Art:
Sie brauchen
ein großes, verschließbares Glas mit Dreh- oder Schnappverschluss, beispielsweise ein leeres Apfelmus-Glas,
soviele kleine Zitronen, wie hineinpassen
und ca. 750 Gramm grobes Meersalz. Das kaufen Sie dort, wo Sie es am günstigsten bekommen, denn da es kein spezielles Bio-Meer gibt, gibt es auch kein wirkliches Bio-Meersalz.
Und Sie brauchen Geduld, denn es dauert mehrere Wochen, bis die Zitronen gut durchgezogen sind.

An den sauberen Zitronen längs 6-8 tiefe Einschnitte anbringen, ohne die Zitronen dabei durchzuschneiden. Die Einschnitte ein wenig aufdrücken und Meersalz hineinfüllen. Die eingesalzenen Zitronen in das Glas füllen, Sie können sie ruhig richtig fest hineinquetschen. Das Glas mit Salz auffüllen und verschließen. Die Zitronen müssen vollständig bedeckt sein. Wasser höchstens löffelweise zugeben, wenn das Salz nicht reicht.
In den nächsten Tagen und Wochen verwandelt sich das Salz allmählich in eine sirupartige Flüssigkeit, die Schale der Zitronen wird glasig und das Innere ganz wabbelig.
Wenn Sie jetzt einen Linsensalat machen, reicht ein Achtel oder ein Viertel einer Zitrone, um eine ganz besondere, aparte Würze an den Salat zu bringen. Schneiden Sie die Zitronenschale in sehr feine Würfelchen und geben Sie zum Salat. Sie können auch das Innere, fein gehackt, verwenden, nachdem Sie die Kerne entfernt haben.
Das Salz war übrigens nicht verschwendet, denn die Flüssigkeit können Sie am Ende teelöffelweise beispielsweise für Salatsaucen verwenden. Auch Curry, orientalische Reisgerichte und Fisch gewinnen durch die Zitronen bzw. durch die aromatisierte Salzlake.

Die Zitronen habe ich gekauft, als sie zuletzt im Angebot waren, ein Netzt mit 7 Stück zu 1,79 €. (Nachtrag 9. Mai: Gestern gab’s bei Basic sogar das Netzt mit 5 Zitronen zu 99 Cent.) Das Kilo-Paket Salz habe ich für 29 Cent in einem italienischen Laden gefunden (für Münchner: bei Spina in der Maria-Probst-Straße). Für rund 2 € bekomme ich also ein Klasse-Gewürz, das es in der Form kaum wo zu kaufen gibt. In München, wo doch essenstechnisch eigentlich alles zu bekommen ist, habe ich sie jedenfalls noch nicht gefunden.

Ist übrigens auch ein tolles Geschenk! Kostet nicht viel, wirkt aber trotzdem kostbar: einmal, weil es kaum zu kaufen ist, zum anderen, weil so viel Zeit drin steckt – und nicht zuletzt, weil die fertigen Salzzitronen sehr ergiebig sind und vielen Speisen den letzten Pfiff geben können.

Kommentieren


− drei = 3