Giftschlammlawine in Ungarn / Alufolie bei uns

Acht Tote sind zu beklagen, zahlreiche Menschen mussten ihr Zuhause verlassen, eine Landschaft ist zerstört. Ursache: Giftiger Rotschlamm, ein Abfallprodukt das bei der Aluminiumherstellung anfällt.

Zugegeben, ich weiß nicht, ob ausgerechnet diese Firma das Aluminium herstellt, das als Alufolie in Millionen deutschen Haushalten landet. Tatsache ist aber, dass sowohl der Abbau von Bauxit – dem Grundstoff, aus dem Aluminium erst entsteht – wie auch die Weiterverarbeitung immense Umweltschäden hervorrufen. Pro Tonne Aluminium fallen als Giftmüll eineinhalb Tonnen giftiger Rotschlamm an. Darüber hinaus gehört die Alu-Herstellung zu den größten Energiefressern überhaupt. Weshalb sie auch, das nebenbei, aus skurriler politischer Logik heraus von der Ökosteuer befreit ist. 

Dass Alufolie so billig ist, liegt also daran, dass die Firmen für den zur Herstellung eingesetzten Strom erstens keine Ökosteuer bezahlen und zweitens als Großabnehmer von vorteilhaften Rabatten profitieren. 

Der wahre, der ökologische Preis des praktischen Materials – den wir und unsere Nachkommen durch die Folgekosten alle zu bezahlen haben – liegt deutlich höher als der lachhaft niedrige Preis, der im Drogeriemarkt Rolle für Rolle hinzublättern ist.

Grund genug, den eigenen Verbrauch zu überdenken. 

Alufolie ist im Haushalt so überflüssig wie nur etwas. Butterbrot-papier, Frischhaltefolie, Dosen, oft auch nur ein schlichter Deckel sind die Alternativen. Fisch in Alufolie? In Butterbrotpapier gewickelt gart er im Backofen ebenso gut. Gleiches gilt für die “Folien”-Kartoffel, die der Folie in Wahrheit nicht bedarf. Alufolie ist bei uns seit einigen Jahrzehnten flächendeckend im Einsatz.

Gute Küche gab es schon lange vorher.

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