Mit Speck fängt man Gäste?

Vor drei Tagen war ich mit einem Freund auf ein Glas in der Pfälzer Weinstube, ein traditionsreiches Weinlokal in der Münchner Innen-stadt. Er hatte Hunger, bestellte einen “Winzersalat” zu 7,40 Euro. Zwar waren unter den Zutaten auch “Speckwürfel” vermerkt, aber was dann aufgetragen wurde, machte uns erst mal sprachlos. Der Salat war förmlich begraben unter mindestens einem halben Pfund gebratener Speckwürfel. Zur Bedienung, die das ja nicht zu verantworten hatte, sagten wir nur so freundlich wie möglich, die Küche habe es wohl mehr als gut gemeint mit uns. Darauf sie: “Die Gäste erwarten das, wenn weniger drauf ist, denken sie, wir wären geizig. Lieber also etwas mehr Speck, wem das zuviel ist, der kann ihn ja auf dem Teller liegenlassen.”
Arme Schweine, kann man da nur sagen. Der Betreiber des Lokals kalkuliert also kaltlächelnd ein, dass ein Großteil des Fleischs eh weggeworfen wird. Im Gegenzug, damit sich die “großzügige” Geste trotzdem noch rechnet, nimmt man natürlich (natürlich??) Speck von besonders armselig gehaltenen Tieren, die ein kurzes, grauenvolles Leben hatten, denn der ist billig und zum Wegwerfen nicht zu schade – jedenfalls in den Augen des Wirts. Wie völlig krank ist das eigentlich?
Ein Erlebnis, das wieder mal ein Argument geliefert hat für eine tendenziell tierproduktefreie Küche.

Jetzt aber was Positives: Immer wieder kommt nette E-Post. Z. B. von Sibylle aus Berlin, die schreibt:
Liebe Rosa,
das Rezept zum Brotbacken hat mich zur Brotbäckerin gemacht. Seither kaufe ich kein Brot mehr sondern mische ich alle möglichen Mehlsorten und es entstehen die köstlichsten Brote. Missionarisch betätige ich mich seitdem natürlich auch, 2 Freundinnen konnte ich schon anstecken. Es ist so einfach dieses Brot zu backen und ich danke Ihnen für die Anregung.
Außerdem bin ich schon sehr gespannt auf das ”vegane Kochbuch”.
Herzliche Grüße aus Berlin, Sibylle

Monika D. schreibt:
Liebe Frau Wolf, ich genieße immer wieder, in Ihrem Buch ”Arm aber Bio” zu lesen. Gestern Abend habe ich die Käsekrapfen gemacht und sie sind mir gut gelungen. Alle auf einmal konnte ich nicht essen.
Meine Frage: Wie bewahren Sie die restlichen Käsekrapfen auf. Danke.
Monika D.
Antwort: Vielen Dank fürs Kompliment! Ja, die Käsekrapfen sollte man im Prinzip zu mehreren essen, weil sie frisch aus dem Ofen am besten schmecken. Ansonsten: vollständig auskühlen lassen und in eine Dose packen. Dass sie ganz abgekühlt sind, ist wichtig, sonst fangen sie in der Dose an zu “schwitzen” und werden matschig.

Von Angelika H. kam folgender Brief samt Rezepttipp:
Ich kann mich dem Urteil der Abendzeitung ”Informativ, lebensnah und sehr amüsant” nur anschließen. Ich habe gerade das 1. Buch gelesen und das 2. wird leider aufgrund eines eingeschränkten Bücherbudgets noch ein Weilchen warten müssen. Einfach super. Meine Familie hat eine ähnliche Odyssee hinter sich. Nach der Insolvenz meines Arbeitgebers letzten Februar und der missglückten Suche nach einer Teilzeitstelle die mit meinen Erziehungs-verpflichtungen (Kinder 4 3/4 und 2 1/4) habe ich mich jetzt erstmal wieder als ”Familienmanagerin” betätigt und das wirklich. Ich habe zunächst das Budget kräftig durchforstet nach Sparmöglichkeiten und dann bin ich über die Ökonomie auf die Ökologie, biologische Ernährung (schaffen dies zu 4t sogar mit einem Budget von 400EUR/Monat, inkl. Kosmetika… allerdings muss ich sagen, dass das Obst-Gemüse-Problem schon wirklich arg ist und wir das Soll nur selten erfüllen), Fairtrade Artikel (Kaffee & Schokolade werden von unserem kleinen Budget fair gekauft!!!) und allgemein ethische Lebensweise. Wir haben gerade auf Ökostrom umgestellt und noch viele Dinge auf unserer To-Do-Liste. Nur beim Autofahren ist es noch schwer uns einzuschränken, man hat halt seine ”eingefahrenen Gewohnheiten” und genau das ist es in allen Bereichen, was eine, wie von Ihnen beschriebene Umstellung schwer macht. Man hat seine festen Bahnen und eigentlich ändert man seine Wege nur, sobald man aus diesen Bahnen geworfen wird. Zumal der ethische Lebenswandel (wirklich der Wandel vom ”Standard”-Lebensstil zu einem ethischeren), wie auch Sie festgestellt haben viel Gesuche, Gelaufe und Informationsbeschaffung involviert, für die im Allgemeinen leider nie Zeit ist. Man könnte sagen: Ressourcenverschwendung aus Informations- und Zeitmangel ist das Fazit unseres Wandels.
Nochmals vielen Dank für ein paar Stunden ”Das-kommt-mir-aber-bekannt-vor” und ”genau-das-Problem-hatte-ich-auch” Lektüre. Bitte gern mehr!
Gruß aus Hamburg, Angelika H.
P.S.: Möchte noch eine Rezeptabwandlung anbringen: Die Pfannenflädle sind superlecker und passen prima zu Chili-Sine-Carne, wenn das Mehl zu 50% Maismehl ist. Noch etwas Kumin zum Abschmecken und fertig ist eine Pseudo-Mexikanische Salatbeilage.

Kommentieren


+ 9 = zehn