Hollerzeit!

Überall duftet es jetzt nach Holunderblüten. Geben Sie sich nicht mit dem kurzen Moment zufrieden, wenn Sie im Vorbeigehen den feinen Duft erschnuppern, sondern nutzen Sie die Gelegenheit, äußerst kostengünstig an ein feines Getränk zu kommen.
Einfach drei bis vier voll erblühte Dolden kurz abspülen, von eventuell vorhandenen Tierchen befreien und einige Stunden oder über Nacht in einem Krug Wasser, dem Sie den Saft einer Zitronen hinzugefügt haben, ziehen lassen. 1 Zitrone reicht für ca. 1,5 Liter, ist der Krug größer, entsprechend mehr verwenden. Wer es süß mag, rührt noch 1-2 EL Zucker unter. Wenn Sie den Saft im Kühlschrank aufheben möchten – 2-3 Tage geht das – sollten Sie zuvor die Blüten entfernen bzw. den Saft abseihen.
Ich gönne mir im Moment täglich meinen Krug Holler-Limonade. Schmeckt, ist gesund, und außerdem macht es Spaß, draußen zu ernten.

Wer Geschmack am Holler-Aroma gefunden hat und länger was davon haben möchte, kann aus den Blüten Sirup machen. Dafür 400 g Zucker und 200 ml Wasser in einen kleinen Topf füllen. Gut verrühren und sachte erhitzen, bis sich der Zucker komplett aufgelöst hat, einmal kurz aufkochen. Sirup etwas abkühlen lassen und in eine Schüssel umgießen. Den Saft und die mit dem Sparschäler abgeschälte Schale von 3 Biozitronen sowie 10 saubere Blütendolden in den Sirup geben. Zudecken und 1-2 Tage kühl und dunkel aufbewahren. Den Sirup durch ein Sieb gießen und in in verschießbare Flasche oder Glas (z.B. Joghurt-Pfandglas oder besser noch: ein Honigglas, da wirken eventuelle Duftreste nicht störend, sondern bereichernd) abfüllen. Im Kühlschrank aufbewahren.
Anmerkung: In vielen Rezepten heißt es, dass man “Citronensäure” verwenden soll. Das ist ein Produkt, das aus einem schwarzen Schimmelpilz (aspergillus niger) gewonnen wird. Finde ich schon von der Vorstellung her nicht sehr lecker. Zitronensaft ist immer noch das einfachste, natürlichste und leckerste Säuerungsmittel. Die angegebene Menge ist bewusst kleingehalten, damit das Sirupmachen nicht gleich in einen Großkampftag ausartet. Multiplizieren können Sie die Menge nach Lust und Laune selber!
Übrigens haben Sie mit dem Sirup ein prima Geschenk für wenig Geld.
Die Kosten: 400 g Biozucker kosten gut einen Euro, die Zitronen sagen wir mal 75-90 Cent. Ich habe ein Viertelliter-Fläschchen vollgefüllt – sieht sehr hübsch aus und ist mit oder ohne Schleifchen ein schönes Geschenk – und habe für mich ebenfalls gut einen Viertelliter behalten. Das Ganze für knapp zwei Euro!

Viel Spaß beim Hollerpflücken wünscht Rosa

1 Kommentar zu „Hollerzeit!“

  1. Dorothea sagt:

    Von Demeter gibt es jetzt einen Holunderblüten-Jogurt. Wenn wieder Hollunder-Saison ist, werde ich mal versuchen, den selbst herzustellen, müsste eigenlich ganz einfach sein: Hollunderblüten, Zucker oder Honig und Jogurt.

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